SCHAUSPIEL

Elektra

von Euripides

Premiere: 24. Januar 1997
Städtische Bühnen Augsburg

Inszenierung: Gil Mehmert
Ausstattung: Annette Wolters

Mit: Anne Eversbusch, Ulrich Gall, Hans Gubo, Michael Lippold, Klaus Müller, Martin Schwanda, Martin Skoda, Gabriele Welker, Babette Winter 


Pressestimmen

“Gil Mehmert zeigte mit seinen durchweg intensiven Schauspielern kein antikes Rachestück, sondern in kleinem, phantastisch geleuchtetem Guckkasten ein strenges Spiel um Schuld und Sühne und die Erkenntnis, dass Vergeltung nur neues Leid gebiert. Eine kunstvolle, berührende, doch auch schwierige Inszenierung, die dem Publikum einiges abverlangt. [...] Ein Abend, der in seiner Verschmelzung aus Phantasie und konsequenter Strenge bemerkenswert gelungen ist.“
Klassik Radio

“In der knapp zweistündigen Inszenierung von Gil Mehmert am Augsburger Stadttheater gehen die Akteure barfuss. Das hält sie am Boden. Der Regisseur scheut das große Pathos, gibt sich andererseits aber auch alles andere als kühl. Euripides spielt gewissermaßen im Mittelfeld. Die extremen Ausschläge, die Monströsität seiner Tragödie, die den Menschen hochreißt und am Boden zerstört, erscheint moderiert. [...] Das Grauen der Tat drückt die Geschwister nieder. Sie irren über die Bühne, wissen nicht wohin mit ihrer Schuld. Die Stimme des Gewissens treibt sie ins Elend. Am Ende irrlichtert das Bühnenfirmament. Die Regie reißt den Himmel auf, und die Dioskuren fahren emporin ihre Einsamkeit. Der Fluch auf dem Geschlecht der Tantaliden wird gelöst, doch der Menschen Glück ist fern. Die Augsburger ‚Elektra’ klingt aus im Requiem.“
Augsburger Allgemeine